10. Webmontag in Karlsruhe am 19.11.2007
Zum letzten Mal in diesem Jahr ging der Ruf an die Karlsruher Webinteressierten, sich zum 10. Web-Montag in der Fächerstadt zu versammeln. Mit dem »Zum Kleinen Ketterer« wurde ein weiteres Mal ein neuer Ort getestet. 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dem Ruf und konnten drei Vorträgen lauschen.
Hanno Böck eröffnete den Abend mit Ausführungen zum Thema »Datenschutz und Datensparsamkeit bei Webservern«. Dabei geht es um die Debatte, die nach dem Berliner »IP-Adressen-Urteil« aufkam und in der Aktion »Wir speichern nicht« einen ersten Höhepunkt fand. Konkret wurden Wege angerissen, das Sammeln von personenbezogenen Daten (die IP-Adressen der Besucher) auf dem eigenen Webserver zu vermeiden. Das ist gar nicht so einfach, da sowohl der Apache-Webserver als auch die üblichen PHP-CMS- und sonstigen Systeme an einer Vielzahl von Stellen IP-Adressen erfassen, verarbeiten und speichern. Dabei kam es zu einer lebhaften Debatte mit gewissen Längen, bei der u.a. wieder einmal zu beobachten war, dass viele Zeitgenossen im Interesse eines ominösen »Sicherheitsbegriff« zu Zugeständnissen in Sachen Datensammeln und Beobachten bereit sind, die sie »draußen auf der Straße« niemals tolerieren würden.
»pl0g-Chef« Florian Krakau und Andreas Dittes berichteten von den jüngsten web-zwo-nulligen Ereignissen im fernen und großen Berlin, nämlich dem Barcamp und der Web-2.0-Expo. Dabei wurde im wesentlichen das vorgestellt, was in der formidablen berlinblase seinerzeit live zusammen getragen wurde. Als Ankündigung gab es festzuhalten, dass es schon am kommenden Wochenende (24. und 25.11.07) ein Barcamp Rhein-Neckar geben wird. Und irgendwann im Jahre 2008 vielleicht auch ein Barcamp in Karlsruhe. Was im Sinne der »Entmassifizierung« und »Regionalisierung« der Barcamps Sinn machen würde.
Heiko Seebach beendete den Vortragsreigen mit einer kurzen Vorstellung von Googles OpenSocial-Projekt, das die Antwort auf Facebooks F8 als Plattform für die Containerisierung von Inhalten innerhalb von so genannten »Social Networks« sein möchte. Heiko erläuterte ein wenig, wie das funktionieren soll. Da das technisch nicht übermäßig schwierig ist, gibt es z.B. ning schon ein paar reale Beispiele zu bewundern. Eine Reaktion aus dem Publikum: »Ich überlege gerade, wie ich einen Wurm damit schreiben kann…«
Zum Schluss des offiziellen Teils ging es noch einmal um regionale Themen. Zunächst wurde das neue Design des Karlsruher Stadtblogs vorgestellt, und danach das amtliche Karlsruher Verständnis von Web-2.0 angemessen gedisst…
Nach ein wenig Networking und Gruppenkuscheln zum Abschluss wurde grundsätzlich angeregt, den neuen Ort des Geschehens beim nächsten Mal wieder aufzusuchen, wenn im Jahre 2008 zum nächsten Web-Montag gerufen wird.