Web Montag Wien 12

Am 26. Mai fand der 12. Wiener Web Montag im WerkzeugH statt. Die zwei Überthemen waren “Twitter” und “Accessibility”.

Twitsay

Den Beginn machte Max Kossatz mit seinem neuen Projekt Twitsay. Über einige Festnetznummern (in Österreich, Deutschland, Schweiz, USA,…) kann man 10 Sekunden Nachrichten auf Twitsay hinterlassen, die über eine Public Twitsay Line aufgelistet werden. Registriert man sein Mobiltelefon werden die Aufnahmen dem eigenen Twitteraccount als Link hinzugefügt. Ein klick darauf und man kann die Nachricht abhören. Laut Max funktioniert das technisch einfachst. Die Nummer in etlichen Staaten kosten ihn rund 15 Euro im Monat (da nur Anrufe entgegengenommen werden).

In den zwei Wochen des Bestehens gibt es schon rund 200 registrierte User. Insgesamt wurden 500 Nachrichten aufgenommen, die 12.000 mal angehört (die meisten in den USA). Im Schnitt wird eine Twitsay Meldung 25 mal abgerufen. Interessant waren die Erfahrungen der viralen Werbung. Aufgrund eines Beitrags von Robert Basic kamen relativ wenig neue BenutzerInnen hinzu. Interessanter sind die vielen “kleinen” Blogger, etc. die zusammen viel mehr Werbewirkung erzielen.

Die Frage nach dem “wozu?” beantwortet Max vorerst mit: “Fun”. Aber es gibt viele Ideen und Entwicklungsmöglichkeiten. So gibt es in England Twitterphone, dass die gesprochenen Nachrichten in geschriebenen Text übersetzt. Für den deutschsprachigen Raum existieren dementsprechend leistungsfähig Open Source Tools leider noch nicht.

Weitere Ideen sind ein public oder friends Audiofeed, eine Antwortfunktion, Mehr Nummern (z.b. Tokio),… Auch eine API ist angedacht – auch hier noch ohne groß an den Nutzen zu denken. Max hofft auf die Kreativität der BenutzerInnen. Auch Premiummodell (mehr Aufnahmezeit,…) sind andenkbar. Apropos Aufnahmezeit. Diese beträgt im Moment 10 Sekunden. Pro Anruf bei Twitsay erhält man einer Sekunde mehr (bis zu 60 Sekunden). Max hält aber 10 Sekunden für spannend – hier muss man sich wirklich überlegen (oder auch nicht) was man in diese Zeit hineinpackt.

Meine Frage der Nachvertextung von Twitsay Nachrichten beantwortete Max so, dass es im Moment daran scheitert, dass er ungern komplexe Userverwaltungen programmiert.

Visualisierung von Twitter

Ein kurzer aber spannender Beitrag kam von Walter Rafelsberger zur Visualisierung von Twitter. Seine Präsentation ist bei Slideshare zu finden. “conversatin tracking” zeigte uns wer mit wem über welche Themen am meisten spricht. Einerseits einer wunderbare Möglichkeit um “Trends” und “heiße Themen” herauszufiltern. Andererseits eine fast beängstigende Darstellung wie leicht man auch bei Twitter (naja, das Gegenteil hätte man sich nie denken sollen) Gedanken und Personen nachverfolgen kann.

Walter bat mich noch zu erwähnen, dass er bei der MODUL University Vienna (eine Privatuniversität am Kahlenberg) tätig ist, die im Herbst einen MBA für New Media Technology starten und man sich momentan noch bewerben kann (http://modul.ac.at/nmt/mba). Es gibt auch Stipendien (http://modul.ac.at/scholarships).

Tagung “Einfach für Alle”

Dann kam der Schwenk zum Thema Accessibility. Ich berichtete kurz von der Tagung der Aktion Mensch in Deutschland. Die Tagung “Einfach für Alle – Konzepte und Zukunfts­bilder für ein Barriere­freies Internet” bot einen ersten Einblick in eine Studie der Aktion Mensch über die Nutzung von Web 2.0 durch behinderte Menschen. Wer sich dafür interessiert, dass und warum blinde WebsurferInnen auch Fotoportale nutzen, der muss noch ein wenig auf die Publikation der Studie warten. Jeweils 8 parallele Workshops am vor- und nachmittag waren ebenfalls zu besuchen. Eine technische Meisterleistung war die gleichzeitige Liveübertragung aller Workshops ins Internet, wobei auch die GebärdensprachdolmetscherInnen in die Übertragung eingefügt wurden. Die Videos werden derzeit neu geschnitten und stehen alsbald auf der Tagungswebsite zur Verfügung.

Wer sich für Berichte interessiert, der findet eine Liste bei der Aktion Mensch.

Biene 2008

Martin Ladstätter erzählte zum Abschluss noch kurz vom BIENE-Wettbewerb 2008. Bei diesem Preis der “Aktion Mensch” werden Websites ausgezeichnet, die sich durch besondere Barrierfreiheit hervorheben. In früheren Jahren gab es auch österreichische GewinnerInnen. Noch ist Zeit selbst teilzunehmen.

Socializing

Laut TeilnehmerInnenliste waren 22 Personen anwesend, gefühlt waren es fast noch mehr. So konnte ich nicht alle Gesprächsthemen mitverfolgen. Noch dazu war ich rund eine halbe Stunde lang von Menschen umringt, die meinen eeePC 900 hochheben wollten und mit mir über Vor- und Nachteile eines solchen Geräts diskutierten.

Twitter

Nochmals Twitter. Wie bei den letzten Web Montagen in Wien habe ich die Veranstaltung mitgetwitter. Es ist schön zu sehen, dass die Tweets auch mitverfolgt werden. So bekam ich während der Präsentationen schon erste Rückmeldungen und Nachfragen. Unter anderem auch zu

Videoübertragung des Web Montag

Eine Frage in die Runde brachte die Zusage von Luca Hammer beim nächsten Web Montag eine Liveübertragung zu probieren. Das wäre eine feine Sache. Ich drücke die Daumen.

Fazit

Interessante Themen, viele TeilnehmerInnen, viele Gespräche. Die letzten gingen kurz vor Mitternacht. Für mich wird der Web Montag auch immer mehr zur Möglichkeit eigene Ideen in kleineren und größeren Gruppen zu wälzen, von neuen Trends zu erfahren oder einfach auch auf eine webaffine Frage eine oder mehrere gute Antworten zu erhalten.

Das einzige was mir leid tut ist, dass ich vor lauter mittwittern etc. vergessen habe Fotos zu machen.

Somit gibt es 1.000 Gründe beim nächsten mal wieder dabei zu sein.

3 Responses to “Web Montag Wien 12”

  1. Nur ein Blog Says:

    Bericht zum Web Montag Wien 12…

    Zum vorigen Web Montag Wien (die Nummer 12) am 26. Mai 2008 habe ich nun beim Web Montag Blog meinen Bericht fertiggestellt. Wünsche gutes Lesen und freue mich über Kommentare….

  2. David Röthler Says:

    danke für den interessanten Bericht! Besonders die Twitter-Visualisierungen fand ich sehr gelungen!

  3. Nur ein Blog Says:

    Photowalk Wien – Die Dokumentation…

    Wie angekündigt habe ich den Photowalk auch mittels Twitsay begleitet. Über diesen Dienst kann man rund 10sekündige Nachrichten mittels Mobiltelefon hinterlassen, die über das Web aufrufbar sind. Das ganze lässt sich auch mit Twitter kombinieren. …